/ Oktober 20, 2023/ Buch

Coinneach Macleod

Wer mich persönlich kennt, der ist sich definitiv im Klaren darüber, dass meine Liebe für Schottland grenzenlos ist. Und für diejenigen, die mich noch besser kennen, könnte eine weitere Erkenntnis durchaus aufgetaucht sein: Backen ist nicht gerade meine Leidenschaft. Wenn also jemand es schafft, mich dazu zu bewegen, einen Kuchen zu backen, dann ist das wirklich eine beachtliche Leistung. Und genau das hat Coinneach MacLeod geschafft, ein Internetphänomen mit über zehn Millionen TikTok-Aufrufen. Was soll ich sagen? Die ausprobierten Rezepte haben selbst einen Back-Novizen wie mich nicht überfordert und waren dazu auch noch äußerst schmackhaft.

Coinneach MacLeod konzentriert sich dabei nicht nur auf Kuchen und Gebäck. In acht verschiedenen Abschnitten präsentiert er einen vielfältigen Einblick in die schottische Küche. Der Anfang wird gemacht mit „Traditionelles aus der Küche“, wo man auf Klassiker wie Shortbread und Orangen-Clementinen-Marmelade stößt. Auch das schottische Nationalgericht Haggis ist dabei, allerdings in einer vegetarischen Variante, was für Kontinentaleuropäer sicherlich eine Erleichterung ist, da die Zutaten des klassischen Haggis so manchen europäischen Gaumen vor Herausforderungen stellen könnten. Dieser Abschnitt schließt mit „Mythen & Legenden“ ab, in dem der Autor mit Kindheitserinnerungen, lokalen Mythen und stimmungsvollen Bildern seiner Heimat aufwartet.

Im zweiten Abschnitt „Rund um den Hafer“ findet man nicht nur den klassischen Porridge in verschiedenen süßen und herzhaften Varianten, sondern auch Leckereien wie Haferflockenschnitten mit Honig und Himbeeren oder Schoko-Hafer-Crumbles. Der Abschnitt schließt mit einem Text über „Monolithen & Machair“, die berühmten „standing stones“, Steinkreise und die fruchtbaren, küstennahen Felder Schottlands.

Dann geht es weiter mit „Aus dem Backofen“. Hier findet man schmackhafte Kuchenrezepte, gefolgt von einem Text über Hummer und Lämmer. Der vierte Abschnitt des Buches widmet sich herzhaften Gerichten, darunter Klassiker wie Shepherd’s Pie und die Fischsuppe „Cullen Skink“. Als nächstes führt uns der Autor in die traditionelle Musik Schottlands ein.

Im fünften Teil des Buches dreht sich alles um Kleingebäck wie die schottische Variante von italienischen Biscotti mit Heidekraut, Custard Creams (buttrige Kekse mit einer Füllung aus Vanillepudding) oder Cupcakes mit Salzkaramell und Buttercreme. Danach erfährt man Wissenswertes über Schafe, Schafwolle und die traditionelle Stoffherstellung.

Der sechste Abschnitt des Buches beschäftigt sich mit Desserts und Crumbles. Dann folgen zwei klassische schottische Themen: Wetter und Spirituosen. Der Autor führt uns weiter mit alkoholhaltigen Desserts, Cocktails und Longdrinks. Natürlich darf in einem Buch über Schottland auch nicht der Hinweis auf Männer in Röcken und den berühmten Cèilidh, den Gruppentanz Schottlands, fehlen. MacLeod erzählt außerdem von den festlichen Feiern zu Weihnachten und zum Jahresende, bevor er sich im letzten Teil auf aufwändigere Rezepte für ein festliches Weihnachts- oder Silvester-Menü konzentriert.

Die Zutaten für die Rezepte lassen sich in der Regel problemlos im gut sortierten Handel finden oder können durch deutsche Alternativen ersetzt werden. Zum Beispiel kann man anstelle von „Golden Syrup“ auch auf Zuckerrübensirup zurückgreifen. Die meisten Rezepte sind mit wenig Aufwand umsetzbar und erfreulich lecker. Auch die gängigen Vorurteile über britisches Essen werden schnell entkräftet. Das Buch eignet sich hervorragend für Menschen, die Schottland lieben oder es kennenlernen möchten. Daher kann ich es uneingeschränkt empfehlen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ btb Verlag (15. November 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 256 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442762294
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442762293
  • Originaltitel ‏ : ‎ The Hebridean Baker
  • Abmessungen ‏ : ‎ 19.9 x 2.7 x 25.1 cm
  • 28 Euro

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