/ April 9, 2020/ Ratgeber

Die selbständige Bewegungsentwicklung des Kindes bis zum freien Gehen

von Emmi Pikler und Anna Tardos 

Eine ganz andere Sicht auf die motorische Entwicklung von Babies. Weg von den üblichen Normen, hin zu individueller Betrachtung und Bewertung.

Dieses Buch ist von der ungarischen Kinderärztin Dr. Emmi Pikler (1902 – 1984) die eine Pionierin hinsichtlich von Studien über die autonome Bewegungsentwicklung von Kleinkindern bis hin zum Stadium des freien Gehens war.

Pikler entwickelte – ausgehend von der These, dass jedes Kind seine Bewegungsentwicklung selbständig und entsprechend seinen Bedürfnissen in dem selbstbestimmten Zeitraum vornimmt – über dem Zeitraum von mehr als 40 Jahren bis zu ihrem Tod unselige diesbezügliche Studien.

Ich empfinde das Buch deshalb als segensreich, weil es meiner Therapeutin und mir die Bestätigung gab, unserem Kind die Zeit und den Raum für seine eigenständige Entwicklung zu geben.

Daher hatte die nervende Frage anderer Personen: „Weshalb den das Kind noch nicht sitzen oder laufen könne?“ keine Bedeutung mehr.

Die Leistungsgesellschaft von uns macht leider nicht vor der Bewegungsentwicklung der Säuglinge halt. Es gibt Mütter die mit ihrem elf Monate alten Kind zum Neurologen gehen, weil sie sich darüber wundern, weshalb das Kind noch immer nicht laufen könne.

Emmi Pikler beschreibt unmissverständlich die übereifrigen Mütter: . Hierzu folgendes Zitat: „Ich höre die verwunderten Fragen: „Wieso?“ – „Und ob die Kinder sich bewegen können!“ – „Mein Töchterchen konnte schon mit vier Monaten sitzen!“ – „Meine stand schon im Alter von sechs Monaten“! – „Mein Sohn war noch nicht ganz ein Jahr alt und konnte schon gehen!“ usw.
Die Kinder sitzen, stehen, gehen, bewegen sich – das stimmt. Aber wie? Komisch, plump, ungeschickt, steif und vor allem nicht ökonomisch. Sie werden leicht müde. Sie fallen oft und ungeschickt. Verhältnismäßig oft verletzen sie sich ernstlich. Sie sitzen, stehen, gehen usw. nur gerade irgendwie.“ (Vgl. Emmi Pikler, „Friedliche Babys – zufriedene Mütter“, 20. Auflage, 1982: Seite 21).

Besondere Berücksichtigung finden die Übergangsbewegungen die gut geeignet sind für Eltern, deren Kinder motorisch langsam oder gar als entwicklungsverzögert bezeichnet wurden.

Durch das Buch kann man die Selbständkeit des Kleinkindes, seine Beziehung zu sich und seiner Umwelt von Geburt an unterstützen. Das Buch zeigt sehr anschauliche Beispiele und vieler hervorragender Fotos sowie eine Fülle von Anregungen. Dem Leser eröffnet es aufgrund der Forschung auf diesem Gebiet neue Perspektiven.

Laut Pikler führt jeder Eingriff in die autonome Bewegungsentwicklung des Kindes zu schwerwiegenden Haltungsschäden ,die allenfalls nur durch langwierige therapeutische Maßnahmen korrigiert werden können. Besonders die Position des sitzenden Säuglings oder das Hochziehen des Kindes in eine stehende Position, sind sehr schädlich für den Bewegungsapparat so Pikler.

In der Praxis werden Kinder aus reiner Bequemlichkeit in eine sitzende Position gebracht weil sie dann angenehmer am Esstisch gefüttert werden können. Aber das Aufrichten in eine sitzende Position gehört zu den Entwicklungsschritten des Kindes. Dieser Fortschritt soll zu einem späteren Zeitpunkt geschehen, nämlich dann wenn die Rumpfmuskulatur des Kindes ausreichend trainiert ist.
Ich kann dieses Buch empfehlen. Dieses Buch beinhaltet sehr erhellende Erkenntnisse und räumt mit einigen Mythen der Bewegungsentwicklung auf.

  • Taschenbuch: 250 Seiten
  • Verlag: Richard Pflaum Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3790510688
  • ISBN-13: 978-3790510683
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 1,7 x 23,8 cm

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