
Das Taschenbuch „Militarisierung der Gesellschaft: Von der Glückssüchtigkeit zur Kriegsbereitschaft“ ist ein vielstimmiger Sammelband, der sich kritisch und aufmerksam mit einer Entwicklung auseinandersetzt, die viele Menschen im Alltag spüren, aber selten klar benennen können. Herausgegeben von Klaus-Jürgen Bruder und Almuth Bruder-Bezzel versammelt das Buch Beiträge zahlreicher Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Fachrichtungen – darunter Pädagogik, Psychologie, Medienkritik, Politik und Friedensforschung.
Im Kern geht es um die Frage, wie sich Gesellschaften schrittweise an militärisches Denken, Sprache und Handeln gewöhnen. Die Beiträge zeigen, dass Militarisierung nicht erst mit Waffen oder Soldaten beginnt, sondern viel früher: in Sprache, Medien, Erziehung, Unterhaltung, Politik und Alltagsdenken. Genau das macht das Buch so spannend und gleichzeitig beunruhigend – im besten Sinne.
Der provokante Untertitel „Von der Glückssüchtigkeit zur Kriegsbereitschaft“ beschreibt eine zentrale These des Bandes: In einer Gesellschaft, die stark auf Konsum, Selbstoptimierung und ständige Ablenkung ausgerichtet ist, können politische und militärische Weichenstellungen leichter durchgesetzt werden. Viele Texte machen deutlich, wie emotionale Gewöhnung, Angstnarrative und vereinfachte Feindbilder entstehen – oft ganz subtil.
Besonders wertvoll ist die Vielfalt der Perspektiven. Die Autorinnen und Autoren beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln:
– die Rolle der Medien und ihrer Sprache
– die Wirkung von Bildern, Begriffen und politischen Erzählungen
– die psychologischen Folgen dauerhafter Krisenrhetorik
– die Bedeutung von Bildung, Erziehung und öffentlicher Meinung
– wirtschaftliche Interessen und geopolitische Zusammenhänge
Dabei geht es nicht um einfache Antworten oder moralische Belehrungen. Stattdessen lädt das Buch dazu ein, genauer hinzuschauen, kritisch zu denken und eigene Haltungen zu reflektieren. Viele Beiträge sind analytisch, andere essayistisch oder erfahrungsnah geschrieben. Trotz der thematischen Schwere bleiben die Texte gut lesbar und nachvollziehbar, auch für Leserinnen und Leser ohne Fachstudium.
Ein großer Pluspunkt ist, dass der Sammelband Zusammenhänge sichtbar macht, die im Alltag oft getrennt wahrgenommen werden: Unterhaltung und Politik, Sprache und Macht, persönliche Gefühle und gesellschaftliche Entwicklungen. So entsteht ein Gesamtbild, das zeigt, wie Militarisierung als kultureller Prozess funktioniert – schleichend, normalisierend und oft unbemerkt.
Das Buch versteht sich klar als kritischer Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte, ohne dabei platt oder polemisch zu werden. Es fordert dazu auf, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur politisch, sondern auch im Denken, Sprechen und Handeln.
Insgesamt ist „Militarisierung der Gesellschaft“ ein anspruchsvolles, wichtiges und sehr aktuelles Buch. Es richtet sich an alle, die verstehen wollen, wie sich gesellschaftliche Stimmungen verändern, wie Kriegsbereitschaft entstehen kann und warum kritische Wachsamkeit heute wichtiger denn je ist. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und lange im Kopf bleibt.
Ein sehr kluger und vielschichtiger Sammelband, der aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen verständlich und kritisch beleuchtet. Die Beiträge machen sichtbar, wie Militarisierung schleichend im Alltag, in Medien und Sprache verankert wird. Gut lesbar, analytisch stark und zum Nachdenken anregend – ein wichtiges Buch für alle, die genauer hinschauen und Zusammenhänge verstehen wollen.
- Herausgeber : Promedia
- Erscheinungstermin : 12. August 2025
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 264 Seiten
- ISBN-10 : 3853715559
- ISBN-13 : 978-3853715550
- Abmessungen : 14.5 x 2 x 20.7 cm
- 24 Euro
