/ März 17, 2026/ Buch

Das Buch „Femizidversuch – Wenn es um Macht statt um Liebe geht“ von Henriette Wunderlich ist kein gewöhnliches Buch. Es ist ein mutiges, erschütterndes und gleichzeitig unglaublich kraftvolles Zeugnis. Ein Buch, das unter die Haut geht – und das mit jeder Seite deutlicher macht: Hier geht es um Leben, um Wahrheit und um den Kampf gegen Gewalt.

Schon der Titel macht klar, worum es wirklich geht. Oft wird Gewalt in Beziehungen mit großen Worten wie „Liebe“, „Eifersucht“ oder „Drama“ erklärt. Doch dieses Buch zerlegt solche Illusionen schonungslos. Es zeigt: Wenn ein Mann eine Frau kontrolliert, erniedrigt oder verletzt, dann hat das nichts mit Liebe zu tun. Es geht um Macht.

Henriette Wunderlich erzählt ihre eigene Geschichte. Und sie tut das mit einer Offenheit, die zugleich berührt und erschüttert. Schritt für Schritt beschreibt sie, wie eine Beziehung, die vielleicht einmal hoffnungsvoll begann, sich immer mehr in ein Geflecht aus Kontrolle, Angst und psychischem Druck verwandelte.

Am Anfang sind die Zeichen oft klein. Ein kritischer Blick. Eine Bemerkung, die angeblich nur ein Scherz ist. Ein Moment, in dem man sich plötzlich rechtfertigen muss. Doch solche Situationen häufen sich. Die Grenzen verschieben sich. Und langsam entsteht eine Atmosphäre, in der sich ein Mensch immer kleiner fühlt.

Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie psychischer Missbrauch funktioniert. Nicht laut und offensichtlich, sondern schleichend. Manipulation, Schuldzuweisungen, Drohungen – all das kann dazu führen, dass Betroffene irgendwann glauben, sie seien selbst verantwortlich für das Verhalten des Täters.

Doch Henriette Wunderlich beschreibt nicht nur diese dunkle Entwicklung. Sie beschreibt auch den Moment, in dem die Gewalt eskaliert – bis zu einem Mordversuch. Dieser Abschnitt des Buches ist besonders intensiv. Man spürt beim Lesen die Angst, die Verzweiflung und gleichzeitig den unbändigen Willen zu überleben.

Und genau hier liegt eine der größten Stärken dieses Buches: Es ist nicht nur eine persönliche Geschichte. Es ist auch ein Aufklärungsbuch.

Immer wieder ordnet die Autorin ihre Erfahrungen in einen größeren Zusammenhang ein. Sie erklärt, was hinter dem Begriff Femizid steckt – die gezielte Tötung von Frauen, weil sie Frauen sind oder weil ein Täter Macht über sie ausüben will. Sie zeigt, dass solche Taten keine Einzelfälle sind, sondern Teil eines gesellschaftlichen Problems.

Dabei bleibt das Buch nicht in der Vergangenheit stehen. Es richtet den Blick nach vorn.

Henriette Wunderlich spricht über Prävention, über Warnzeichen und darüber, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen. Freundinnen, Nachbarn, Familienmitglieder – manchmal können kleine Gesten der Aufmerksamkeit einen großen Unterschied machen. Ein Gespräch. Ein offenes Ohr. Der Mut, Hilfe anzubieten.

Gerade diese Mischung macht das Buch so eindrucksvoll: persönliche Erfahrung, gesellschaftliche Analyse und ein leidenschaftlicher Appell, nicht wegzusehen.

Trotz der schweren Themen strahlt das Buch eine erstaunliche Kraft aus. Denn es erzählt auch von Mut. Vom Mut, zu überleben. Vom Mut, zu sprechen. Und vom Mut, die eigene Geschichte öffentlich zu machen, damit andere daraus lernen können.

Am Ende bleibt ein starkes Gefühl: Dankbarkeit gegenüber der Autorin, die ihre Erfahrungen teilt – und ein neues Bewusstsein dafür, wie wichtig der Schutz von Frauen ist.

Wer dieses Buch liest, schaut danach anders auf die Welt. Wachsamer. Sensibler. Aufmerksamer für die leisen Signale von Gewalt.

Und genau das ist vielleicht die größte Stärke dieses beeindruckenden Buches:
Es öffnet die Augen – und gibt gleichzeitig Hoffnung, dass Veränderung möglich ist.

  • Herausgeber ‏ : ‎ novum Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 12. Januar 2026
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 228 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3991850257
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3991850250
  • Abmessungen ‏ : ‎ 12.7 x 1.22 x 20.32 cm

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*
*