/ April 2, 2026/ Biografien, Buch, Liebesbuch

Puh… Liebe im Schatten von Auschwitz ist wirklich kein leichtes Buch – aber genau das macht es so unglaublich eindringlich und wichtig. Und obwohl das Thema schwer ist, steckt da auch so viel Leben, Gefühl und irgendwie sogar Hoffnung drin, dass es einen total packt.

Die Geschichte basiert auf dem echten Leben von Marceline Loridan-Ivens, die als Kind das Grauen von Holocaust und konkret das Konzentrationslager Auschwitz überlebt hat. Und allein das sorgt schon dafür, dass man beim Lesen ständig so ein Kloß im Hals hat.

Aber das Buch bleibt nicht nur in dieser Zeit stehen – und das ist eigentlich das Besondere daran. Es geht danach weiter, ins Paris der Nachkriegszeit. Und da merkt man erst richtig, wie tief diese Erfahrungen sitzen. Denn auch wenn sie körperlich überlebt hat, ist innerlich einfach nichts mehr wie vorher. Dieses Gefühl zieht sich durch alles.

Was ich richtig stark finde: Es geht hier nicht einfach nur um Leid oder um eine klassische „Überlebensgeschichte“. Es geht um das Danach. Um das Leben mit den Erinnerungen. Um dieses kaputte, verletzte Ich, das versucht, irgendwie wieder Anschluss zu finden. Und genau da kommt dieses Thema Liebe ins Spiel – aber eben nicht kitschig oder romantisch, sondern roh, suchend, manchmal auch verzweifelt.

Im Paris dieser Zeit trifft sie auf eine Generation, die selbst irgendwie verloren ist – diese „Lost Generation“, die versucht, nach dem Krieg wieder Sinn zu finden. Und mittendrin sie, die eigentlich noch viel mehr verloren hat als alle anderen. Das sorgt für eine ganz besondere Stimmung: irgendwie frei, wild, suchend… aber gleichzeitig total zerbrechlich.

Der Schreibstil ist dabei echt besonders. Nicht kompliziert, sondern eher direkt, ehrlich und manchmal fast schon nüchtern – und genau das haut einen um. Keine großen Ausschmückungen, kein unnötiges Drama. Die Emotionen kommen ganz von selbst, weil alles so authentisch wirkt. Man merkt einfach: Das ist nicht erfunden, das ist gelebt.

Was mich besonders berührt hat, ist dieser ständige Zwiespalt: der Wunsch zu lieben und zu leben – und gleichzeitig diese inneren Wunden, die das alles so schwer machen. Dieses Gefühl, nicht mehr ganz „rein zu passen“ in die Welt, obwohl man es so sehr möchte. Das ist richtig intensiv geschrieben.

Und trotzdem – und das fand ich überraschend – ist das Buch nicht nur traurig. Da ist auch Kraft drin. Eine leise, aber starke Art von Hoffnung. Nicht dieses „alles wird gut“, sondern eher so ein „ich mache weiter, egal wie schwer es ist“. Und genau das bleibt am Ende hängen.

Wenn man sich darauf einlässt, ist das kein Buch, das man einfach nur liest. Es ist eher eines, das man fühlt. Und das noch lange nachwirkt. Kein leichter Stoff, klar – aber absolut lesenswert und auf seine eigene Weise auch unglaublich bewegend und stark

  • Herausgeber ‏ : ‎ edition TIAMAT
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 9. Februar 2026
  • Auflage ‏ : ‎ New
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 144 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3893203346
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3893203345
  • Abmessungen ‏ : ‎ 12.3 x 1.4 x 20.8 cm

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