/ Oktober 21, 2026/ Buch

Es gibt Buchreihen, bei denen man irgendwann das Gefühl hat, alte Bekannte wiederzutreffen. Man kennt den Humor, liebt die schrägen Figuren und weiß, dass es garantiert nicht lange dauert, bis irgendjemand in Schwierigkeiten gerät. Und dann gibt es Skulduggery Pleasant! Eine Reihe, die mit einem zaubernden Skelett, jeder Menge schwarzem Humor und einer herrlich bissigen Art schon längst ihren ganz eigenen Platz in der Fantasywelt gefunden hat. Mit „Nur Nacht in der Seele“ legt Derek Landy den 18. Band seiner Kultserie vor und führt die Geschichte in eine Phase, in der die magische Welt immer weiter auseinanderzubrechen scheint. Allein die Ausgangslage macht neugierig, denn hier wartet nicht einfach nur ein weiteres übernatürliches Abenteuer, sondern eine düstere Mischung aus Machtkämpfen, gefährlichen Gegenspielern, magischen Konflikten und einer ordentlichen Portion Sarkasmus.

Was ich an dieser Reihe besonders reizvoll finde, ist diese ungewöhnliche Verbindung aus düsterer Fantasy und Humor, der auch dann noch funktioniert, wenn die Situation eigentlich längst zum Verzweifeln ist. Ein sprechendes Skelett als Hauptfigur ist schließlich schon für sich genommen alles andere als gewöhnlich. Doch Skulduggery Pleasant lebt nicht nur von dieser ungewöhnlichen Idee, sondern vor allem von seiner unverwechselbaren Art. Wo andere Figuren vielleicht dramatisch schweigen oder bedeutungsschwer in die Ferne blicken würden, darf es hier ruhig eine bissige Bemerkung sein. Gerade dieser Kontrast zwischen ernsten Bedrohungen und trockenem, manchmal geradezu rabenschwarzem Humor macht den besonderen Reiz der Serie aus.

In „Nur Nacht in der Seele“ ist die magische Gesellschaft tief gespalten. Während sich ein Teil der magischen Gemeinschaft auf einer Insel vom Rest der Welt abschottet, unterstützen andere eine gefährliche Terroristengruppe. Gleichzeitig steuert ein Konflikt zwischen Walküres Schwester und dem Kind der Ältesten auf eine entscheidende Auseinandersetzung zu. Die Lage ist also alles andere als entspannt, und es zeichnet sich ab, dass die unterschiedlichen Interessen und Machtkämpfe weitreichende Folgen haben könnten.

Doch ausgerechnet Walküre hat ganz andere Sorgen. Sie bekommt von den großen Entwicklungen offenbar wenig mit, denn sie muss sich auf ein wesentlich unmittelbares Problem konzentrieren: ihr eigenes Überleben. An einem Ort, an dem offenbar jeder ihren Tod will, wird jeder Tag zu einem Kampf. Und genau dieser Gegensatz macht die Ausgangssituation so spannend. Während sich andernorts die magische Welt auf einen Showdown zubewegt, steht für Walküre zunächst einmal alles auf dem Spiel. Das verspricht eine düstere, gefährliche Atmosphäre, in der sich niemand allzu sicher fühlen sollte.

Besonders neugierig macht mich dabei, wie Derek Landy die verschiedenen Konflikte miteinander verbindet. Die magische Gesellschaft ist zerrissen, gefährliche Gruppierungen gewinnen an Einfluss und persönliche Schicksale treffen auf größere Machtkämpfe. Dazu kommt Walküres unmittelbarer Überlebenskampf, der der Geschichte eine zusätzliche Dringlichkeit verleiht. Es geht also nicht bloß um Magie und spektakuläre Auseinandersetzungen, sondern auch um Loyalität, Bedrohung und die Frage, wem man in einer Welt voller gegensätzlicher Interessen überhaupt noch vertrauen kann.

Ein echtes Markenzeichen bleibt der schwarze Humor. Gerade bei einer so düsteren Handlung ist es schön, wenn nicht jede Seite von Pathos und Weltuntergangsstimmung erdrückt wird. Derek Landy ist für seinen augenzwinkernden Sarkasmus bekannt und verbindet diesen mit rasanter Action und übernatürlichen Gefahren. Die Mischung dürfte vor allem diejenigen begeistern, die Urban Fantasy mögen, aber keine Lust auf allzu vorhersehbare Heldengeschichten haben. Hier darf es schräg, bissig, finster und gelegentlich herrlich makaber werden.

Als 18. Band richtet sich „Nur Nacht in der Seele“ vor allem an Leserinnen und Leser, die Skulduggery Pleasant bereits kennen und die Entwicklung der Figuren und der magischen Welt weiterverfolgen möchten. Wer die Reihe von Anfang an begleitet, dürfte besonders gespannt darauf sein, wie sich die verschiedenen Konflikte zuspitzen. Bei einer so umfangreichen Serie ist es schließlich gerade die fortlaufende Entwicklung, die eine besondere Bindung zu den Figuren entstehen lässt. Gleichzeitig sollte man sich bewusst sein, dass dieser Band Teil einer größeren Geschichte ist und seine Zusammenhänge am besten mit Kenntnis der vorherigen Bände verständlich werden.

Mein Fazit: „Skulduggery Pleasant – Nur Nacht in der Seele“ klingt nach einem weiteren düsteren, actionreichen und herrlich sarkastischen Abenteuer aus Derek Landys fantasievoller Welt. Die gespaltene magische Gesellschaft, die gefährlichen politischen Entwicklungen und Walküres Kampf ums Überleben sorgen für reichlich Spannung, während der schwarze Humor der Reihe ihren unverwechselbaren Charakter verleiht. Für Fans der Kultserie ist dieser 18. Band eine spannende Fortsetzung, auf die man sich freuen kann. Wer Urban Fantasy mit ungewöhnlichen Figuren, finsteren Bedrohungen und bissigen Dialogen liebt, sollte Skulduggery Pleasant unbedingt kennenlernen. Denn manchmal braucht es eben ein zauberndes Skelett, um zu beweisen, dass selbst in den dunkelsten Situationen noch Platz für einen richtig trockenen Spruch ist!

  • Herausgeber ‏ : ‎ Loewe
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 12. November 2026
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 496 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3743219549
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3743219540
  • Lesealter ‏ : ‎ Ab 14 Jahren
  • Originaltitel ‏ : ‎ Skuldugery Pleasant – A Soul full of Shadows

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