/ Januar 10, 2026/ Buch

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Das späte Leben ist ein ruhiger, nachdenklicher Roman von Bernhard Schlink, einem der bekanntesten deutschen Gegenwartsautoren. In diesem Buch geht es um das Älterwerden, um Verantwortung, Liebe und um die Frage, was wirklich wichtig ist, wenn die Zeit knapp wird.

Die Hauptfigur heißt Martin. Er ist 76 Jahre alt und führt eigentlich ein zufriedenes Leben. Er ist verheiratet mit einer deutlich jüngeren Frau, und gemeinsam haben sie einen sechsjährigen Sohn. Martin liebt seine kleine Familie sehr. Doch dann bekommt er eine ärztliche Diagnose, die alles verändert: Ihm bleiben nur noch wenige Monate zu leben. Diese Nachricht trifft ihn unerwartet und erschüttert ihn tief.

Von einem Moment auf den anderen muss Martin sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, bald nicht mehr da zu sein. Er fragt sich, wie es für seine Frau und seinen Sohn weitergehen wird. Was wird aus ihnen, wenn er fehlt? Wie kann er sie vorbereiten, schützen und unterstützen? Vor allem stellt er sich eine zentrale Frage: Was kann er ihnen noch geben, was er ihnen hinterlassen kann?

Martin möchte in der verbleibenden Zeit alles richtig machen. Er denkt über finanzielle Sicherheit nach, über Erziehung, über Erinnerungen und über Nähe. Er versucht, Ordnung in sein Leben zu bringen und Entscheidungen zu treffen, die seinen Angehörigen helfen sollen. Doch schnell merkt er, dass das Leben sich nicht vollständig planen lässt – selbst dann nicht, wenn das Ende absehbar ist.

Der Roman zeigt, dass auch das späte Leben voller Gefühle, Zweifel und Überraschungen steckt. Martin erlebt schöne Momente mit seinem Sohn, aber auch Angst, Unsicherheit und innere Konflikte. Er muss lernen, Kontrolle loszulassen und zu akzeptieren, dass nicht alles in seiner Hand liegt. Gerade diese Einsicht macht seine Entwicklung als Figur besonders berührend.

Bernhard Schlink erzählt diese Geschichte in einer klaren, ruhigen und sehr verständlichen Sprache. Er verzichtet auf große Dramatik und laute Emotionen. Stattdessen beschreibt er die Gedanken und Gefühle seines Protagonisten mit viel Feingefühl und Tiefe. Die Stärke des Romans liegt in den leisen Tönen: in Gesprächen, Blicken, Erinnerungen und unausgesprochenen Fragen.

Ein wichtiges Thema des Buches ist die Verantwortung zwischen den Generationen. Martin ist zugleich Ehemann, Vater und ein Mann am Ende seines Lebens. Diese Rollen stehen manchmal im Widerspruch zueinander. Der Roman zeigt, wie schwierig es sein kann, Abschied zu nehmen, ohne die Menschen, die man liebt, zu verletzen oder zu überfordern.

Das späte Leben ist kein trauriges Buch im klassischen Sinn. Es ist eher ein ehrlicher und menschlicher Roman, der zeigt, wie kostbar Zeit ist und wie wichtig Nähe, Vertrauen und Liebe sind. Er lädt dazu ein, über das eigene Leben nachzudenken: über Prioritäten, Beziehungen und darüber, was man anderen mit auf den Weg geben möchte.

Dieses Buch eignet sich besonders für Leserinnen und Leser, die ruhige, tiefgründige Geschichten mögen und sich für Themen wie Lebensende, Familie und Sinnfragen interessieren. Das späte Leben ist eine stille, aber eindrucksvolle Lektüre, die lange nachwirkt.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Diogenes
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 13. Dezember 2023
  • Auflage ‏ : ‎ 2.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 240 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3257072716
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3257072716
  • Abmessungen ‏ : ‎ 12.4 x 2.1 x 18.8 cm

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