/ April 12, 2026/ Buch, Romane

Ganz ehrlich: Solange ein Streichholz brennt von Christian Huber ist so ein Buch, das dich einfach packt und nicht mehr loslässt. Kein übertriebener Schnickschnack, sondern richtig nah dran, richtig menschlich. Du liest ein paar Seiten und bist direkt mittendrin, als würdest du neben den Figuren stehen und alles live miterleben.

Im Zentrum steht Bohm, ein Typ, der seit Jahren auf der Straße lebt. Kein großes Drama wird daraus gemacht, keine übertriebenen Erklärungen – du merkst einfach schnell: Der hat was hinter sich. Und zwar ordentlich. Er trägt quasi sein ganzes Leben in einem alten Rucksack mit sich rum, schnitzt kleine Holzmäuse und hat seinen Hund Fox an der Seite. Mehr braucht er irgendwie nicht – oder zumindest redet er sich das ein. Da ist auch noch dieser Brief, den er partout nicht öffnen will. Du spürst beim Lesen die ganze Zeit: Da brodelt was.

Und dann kommt Alina ins Spiel. Früher voll auf Erfolgskurs als Fernsehjournalistin, jetzt eher so im „läuft nicht mehr ganz rund“-Modus. Sie hat Schiss zu scheitern, hängt im Job fest und braucht dringend den einen großen Wurf. Ihre Idee: eine Reportage über das Leben auf der Straße. Klingt erstmal nach klassischem Karriere-Move, aber dann trifft sie eben Bohm – und ab da wird’s persönlich.

Die Begegnung der beiden ist kein kitschiger Hollywood-Moment, sondern eher so ein leiser, intensiver Augenblick. Ein kurzer Blick, ein Gefühl, das man nicht so richtig greifen kann – aber genau das macht’s so stark. Du merkst sofort: Hier passiert was, das größer ist als beide zusammen. Und genau diese Spannung zieht sich durchs ganze Buch.

Was das Ding so besonders macht, ist dieser Kontrast zwischen den Welten. Auf der einen Seite Bohm, der irgendwie nichts mehr hat und trotzdem so viel Tiefe mitbringt. Auf der anderen Seite Alina, die eigentlich alles haben könnte, aber innerlich total lost ist. Und dann prallen die beiden aufeinander – nicht laut, sondern eher still, aber dafür umso intensiver.

Der Schreibstil ist mega angenehm. Locker, aber trotzdem mit Gefühl. Du hast ständig dieses „Ich fühl das gerade richtig“-Vibe. Mal musst du schmunzeln, dann zieht’s dir wieder kurz den Boden unter den Füßen weg. Es geht um Liebe, klar – aber nicht so kitschig, sondern echt. Mit Ecken, Zweifeln und allem, was dazugehört. Auch Themen wie Schuld, Vergebung und zweite Chancen werden so eingebaut, dass es nie belehrend wirkt.

Und ja, wie Olli Schulz schon sagt: „Der Mann kann schreiben!“ – und das merkt man auf jeder Seite. Du hast echt das Gefühl, jemand erzählt dir eine Geschichte, die gehört werden muss.

Am Ende ist das kein typischer Liebesroman, sondern eher so ein emotionaler Roadtrip durchs Leben zweier Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und genau deshalb so gut zusammenpassen. Es geht darum, dass ein einziger Moment alles verändern kann. Und dass selbst da, wo man denkt, es gibt keine Chance mehr, vielleicht doch noch irgendwas möglich ist.

Kurz gesagt: warm, intensiv, manchmal traurig, aber immer ehrlich. Und genau deshalb bleibt das Ding auch nach dem Lesen noch lange im Kopf hängen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 26. März 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 352 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423285400
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423285407
  • Abmessungen ‏ : ‎ 12.8 x 2.8 x 21 cm

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