
Sam Holland legt mit The Puppet Master nochmal ordentlich nach und zeigt, warum sie zu Recht als Meisterin der Serienkiller-Thriller gefeiert wird. Und wenn selbst Chris Carter sagt, sie sei „eine großartige Autorin“, dann weißt du: Das hier ist kein 08/15-Spannungsroman.
Worum geht’s?
Ein Mann wird bei voller Fahrt von einem Zug erfasst. Offiziell Selbstmord. Fall erledigt? Nicht mit DCI Cara Elliott.
Cara ist keine, die einfach einen Haken dranmacht. Sie schaut genauer hin. Spürt, dass da was nicht passt. Und als plötzlich mehrere vermeintliche Suizide auftauchen, wird klar: Das ist kein Zufall. Hier zieht jemand im Hintergrund die Fäden.
Und genau da wird’s richtig unheimlich.
Denn der Killer mordet nicht klassisch. Er zwingt seine Opfer nicht mit Gewalt. Er manipuliert. Beobachtet. Kontrolliert. Spielt mit ihren Ängsten, bis sie keinen Ausweg mehr sehen – außer den letzten Schritt.
Das ist perfide. Das ist eiskalt. Und es geht unter die Haut.
Warum das Buch so packt
Was diesen Thriller so stark macht, ist die Idee dahinter. Kein maskierter Irre-mit-Messer-Klischee. Sondern ein Täter, der psychologisch arbeitet. Wie ein Puppenspieler eben. Daher der Titel.
Er beobachtet dich.
Er analysiert dich.
Er findet deinen wunden Punkt.
Und dann drückt er genau da.
Diese Art von Bedrohung fühlt sich erschreckend real an. Weil sie subtil ist. Weil sie im Kopf passiert. Und genau das macht die Story so intensiv.
Cara Elliott – eine Ermittlerin mit Format
DCI Cara Elliott ist keine überdrehte Superheldin. Sie ist klug, hartnäckig, empathisch – und menschlich. Man fiebert mit ihr mit, weil sie nicht perfekt ist, sondern echt wirkt.
Sie gibt bei jedem Fall alles. Und genau das spürt man. Ihre Entschlossenheit, die Opfer ernst zu nehmen. Ihr Frust, wenn der Täter ihnen wieder einen Schritt voraus ist. Dieses Katz-und-Maus-Spiel treibt die Spannung permanent nach oben.
Das Team der Major Crimes Unit ist dabei keine bloße Kulisse, sondern bringt Dynamik rein. Zusammenarbeit, Druck, Zweifel – alles da. Man merkt: Hier steckt echtes Crime-Feeling drin.
Tempo? Hoch. Sehr hoch.
Das Buch ist rasant. Kapitel enden oft mit kleinen Cliffhangern, die dich sagen lassen: „Okay, nur noch eins.“ Und plötzlich ist es zwei Uhr nachts.
Die Atmosphäre ist düster, aber nicht überladen. Holland schafft es, Spannung aufzubauen, ohne in reinen Schockeffekten zu versinken. Klar, es geht zur Sache – aber der eigentliche Horror ist psychologisch.
Und genau das bleibt hängen.
Stil & Vibe
Der Schreibstil ist klar, direkt und unglaublich bildhaft. Man sieht die Szenen förmlich vor sich: die Gleise, das Blaulicht, die angespannte Stimmung im Ermittlungsraum.
Gleichzeitig ist da diese raffinierte Rätselstruktur. Du glaubst zwischendurch, du hast’s kapiert? Vergiss es. Die Autorin spielt genauso mit dir wie ihr Killer mit seinen Opfern. Und das macht verdammt Spaß.
Für wen ist das was?
Wenn du…
- psychologische Thriller liebst
- komplexe Ermittlungen magst
- starke Ermittlerfiguren schätzt
- gerne miträtselst
- düstere, intelligente Spannung suchst
… dann bist du hier goldrichtig.
Fazit
The Puppet Master ist ein hochspannender, clever konstruierter Thriller, der zeigt, wie gefährlich Manipulation sein kann. Kein stumpfes Gemetzel, sondern ein nervenaufreibendes Spiel mit Kontrolle und Angst.
Sam Holland beweist erneut, dass sie weiß, wie man Leser*innen packt und nicht mehr loslässt. Intelligent, finster, rasant – genau so muss moderner Serienkiller-Thriller sein.
Kurz gesagt:
Ein Buch, das dich beobachtet, während du es liest. Und das du garantiert nicht so schnell vergisst.
- Herausgeber : dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
- Erscheinungstermin : 29. Dezember 2025
- Auflage : 1.
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 496 Seiten
- ISBN-10 : 3423221240
- ISBN-13 : 978-3423221245
- Originaltitel : The Puppet Master
- Abmessungen : 12.3 x 3.54 x 19.1 cm
- Buch 2 von 2 : Major Crimes Unit
