/ Februar 26, 2026/ Buch, Romane

Wir nahmen einander bei der Hand. Zusammen waren wir stärker.“

Schon dieser eine Satz zeigt, worum es in diesem Roman im Kern geht: um Freundschaft, Zusammenhalt und das Gefühl, dass die Welt manchmal viel zu groß und bedrohlich ist – besonders, wenn man noch jung ist.

Eine Kindheit im Ausnahmezustand

Im Mittelpunkt steht Miv. Sie lebt mit ihrer Familie in Yorkshire – einer Gegend, die gerade von einer brutalen Mordserie erschüttert wird. Die Angst schleicht durch Straßen und Häuser. Erwachsene flüstern. Türen bleiben länger verschlossen.

Und als wäre das nicht genug, droht Mivs Familie auch noch wegzuziehen.

Für Miv bedeutet das vor allem eins: Sie müsste ihre beste Freundin Sharon zurücklassen. Und das ist für sie unvorstellbar. Die beiden sind unzertrennlich. Sie teilen Geheimnisse, Träume, Ängste – und halten fest zusammen, wenn alles unsicher wird.


Eine Familie im Wandel

Doch nicht nur draußen ist alles seltsam geworden. Auch zu Hause fühlt sich nichts mehr normal an.

Mivs Mutter hat aufgehört zu sprechen. Warum genau, bleibt wie ein stiller Schatten über dem Alltag der Familie. Tante Jean kümmert sich nun um vieles. Der Vater wirkt entschlossen, neu anzufangen – woanders.

Für Miv ist das schwer zu begreifen. Sie versteht nicht alles, spürt aber, dass sich etwas verschoben hat. Und dieses Gefühl von Unsicherheit durchzieht die ganze Geschichte.


Die Idee, alles zu retten

Als Miv eines Abends im Bett liegt, denkt sie:
Was wäre, wenn der Mörder gefasst würde?
Was, wenn die Morde aufhörten?
Dann könnten wir vielleicht hierbleiben.

Aus diesem kindlich-logischen Gedanken entsteht ein Plan.

Miv und Sharon beginnen, ihre Nachbarschaft zu beobachten. Sie führen Notizen, achten auf Details, sammeln seltsame Hinweise. Sie wollen helfen. Vielleicht sogar die Lösung finden.

Doch was als Spiel beginnt, entwickelt eine Eigendynamik. Die Mädchen stoßen auf Geheimnisse, die tiefer gehen, als sie erwartet haben. Und sie merken, dass Erwachsene oft Dinge verbergen – aus Angst, aus Scham oder aus dem Wunsch heraus, andere zu schützen.


Zwischen Spannung und Gefühl

Obwohl im Hintergrund eine Mordserie steht, ist „Unser Buch der seltsamen Dinge“ kein klassischer Krimi. Es geht weniger um Nervenkitzel als um Atmosphäre und Emotionen.

Jennie Godfrey erzählt ruhig, einfühlsam und mit viel Gespür für Zwischentöne. Die Welt wird aus der Perspektive eines Kindes gezeigt – mit all der Mischung aus Naivität, Mut und erstaunlicher Klarheit.

Man spürt:

  • die Angst in der Nachbarschaft
  • die stille Traurigkeit in Mivs Familie
  • die Wärme zwischen den Freundinnen
  • das Bedürfnis, etwas festzuhalten, wenn alles ins Wanken gerät

Ein Panorama von Menschen

Der Roman zeichnet ein vielschichtiges Bild einer Gemeinschaft. Hinter jeder Haustür verbirgt sich eine eigene Geschichte. Manche sind traurig, manche hoffnungsvoll, manche überraschend.

So entsteht ein weites Gesellschaftsbild, das zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit Krisen umgehen – und wie eng ihre Schicksale miteinander verwoben sind.


Freundschaft als Anker

Das Herzstück des Buches bleibt die Freundschaft zwischen Miv und Sharon. Ihr Zusammenhalt gibt Halt in einer Zeit voller Unsicherheit.

Ihre Gespräche wirken echt und berührend. Ihre Gedanken sind manchmal kindlich, manchmal erstaunlich klug. Und genau das macht die Geschichte so glaubwürdig.

Es ist eine Erinnerung daran, wie intensiv Gefühle in der Kindheit sein können – und wie sehr eine einzige Freundschaft das ganze Universum bedeuten kann.


Stil und Wirkung

Die Sprache ist klar und zugänglich. Emotional, aber nie kitschig. Spannend, aber nicht reißerisch.

Der Roman wird von Kritikern als „packend und bewegend“ beschrieben – und das trifft es gut. Man fiebert mit, leidet mit und hofft mit.


Für wen ist das Buch?

„Unser Buch der seltsamen Dinge“ ist ideal für Leserinnen und Leser, die:

  • einfühlsame Familiengeschichten mögen
  • starke Freundschaftsgeschichten schätzen
  • atmosphärische Romane mit gesellschaftlichem Hintergrund lieben
  • Geschichten aus Kinderperspektive berührend finden

Fazit

Dieser Roman verbindet Spannung und Gefühl auf besondere Weise. Er erzählt von Angst und Verlust, aber auch von Mut, Nähe und dem Wunsch, die Welt ein kleines Stück besser zu machen.

„Unser Buch der seltsamen Dinge“ ist eine bewegende Geschichte über das Erwachsenwerden – und darüber, dass man gemeinsam stärker ist als allein.

  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 29. Dezember 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 464 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423221453
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423221450
  • Abmessungen ‏ : ‎ 12.2 x 3.32 x 19.1 cm

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*
*