
„Wir geben uns auf: KI, Kultur und die Entwertung der Wissensarbeit“ ist ein Buch über die Veränderungen, die Künstliche Intelligenz (KI) und digitale Technologien für unsere Gesellschaft, Kultur und Arbeit mit sich bringen. Matthias Hornschuh erklärt, wie diese Entwicklungen nicht plötzlich entstehen, sondern Prozesse beschleunigen, die schon seit Jahrzehnten laufen. Dieses Buch richtet sich an alle, die verstehen wollen, wie unsere Arbeits- und Kulturlandschaft durch Digitalisierung, KI und globale digitale Macht verändert wird – und warum es wichtig ist, den menschlichen Geist dabei nicht zu verlieren.
Hornschuh beginnt damit, die Rolle der generativen KI zu erklären. Diese Art von KI kann Texte, Bilder, Musik oder andere Inhalte erzeugen, oft auf sehr beeindruckende Weise. Doch Hornschuh macht deutlich: KI ist nicht die Ursache für die Veränderungen in Arbeit und Kultur, sondern ein Beschleuniger. Sie verstärkt Entwicklungen, die schon länger stattfinden – wie die Automatisierung von Aufgaben, die Konzentration von Macht in wenigen großen digitalen Plattformen und die Veränderung der Art, wie Wissen und Kunst bewertet werden.
Ein zentrales Thema des Buches ist die Bedeutung geistiger Arbeit und kreativer Schöpfung. Hornschuh zeigt, dass Kunst, Musik, Literatur und Wissen nicht einfach „Nebenprodukte“ unserer Gesellschaft sind. Sie sind grundlegend für die Funktionsfähigkeit von Kultur, Wirtschaft und Demokratie. Jede Art von Wissensarbeit – sei es das Schreiben, Forschen, Komponieren oder Lehren – schafft Wert, der nicht allein in Geld messbar ist. Wenn wir diesen Wert ignorieren oder durch KI ersetzen wollen, laufen wir Gefahr, unsere eigene Rolle und unsere gesellschaftliche Kultur zu entwerten.
Hornschuh beschreibt auch die gesellschaftlichen Folgen der zunehmenden Digitalisierung. Digitale Technologien sind nicht neutral. Wer die Kontrolle über digitale Plattformen, Daten und Kommunikationswege hat, übt Macht über Meinungen, Ressourcen und gesellschaftliche Entscheidungen aus. Deshalb ist Digitalpolitik gleichzeitig Globalpolitik: Es geht nicht nur um Technik, sondern um Einfluss, Macht und Verantwortung.
Ein weiteres Thema ist die psychologische und emotionale Wirkung der hochdigitalisierten Welt. Schnelle Informationen, ständige Reize und der Druck, immer auf dem neuesten Stand zu sein, führen zu Unsicherheit, Angst und Stress. Hornschuh warnt davor, dass diese Angst uns dazu bringen könnte, unsere eigenen schöpferischen Fähigkeiten und das ideelle Schaffen zu vernachlässigen. Sein Appell ist klar: Ideelle Wertschöpfung ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Wenn wir die schöpferische Arbeit des menschlichen Geistes aufgeben, geben wir letztlich auch einen Teil unserer Selbstbestimmung auf.
Das Buch ist auch ein Plädoyer für Bewusstsein, Orientierung und aktive Gestaltung der Zukunft. Hornschuh fordert dazu auf, KI und digitale Technologie als Werkzeuge zu nutzen, ohne dass sie den zentralen Platz menschlicher Kreativität übernehmen. Wir können Technologie einsetzen, um uns zu unterstützen, aber wir dürfen nicht zulassen, dass sie uns ersetzt oder unsere Gesellschaft auf reine Effizienz und Oberflächlichkeit reduziert.
Matthias Hornschuh bringt in das Buch viel Erfahrung aus Kunst, Kultur und Lehre ein. Als Komponist, Musiker und Dozent kennt er die Herausforderungen der kreativen Arbeit und weiß, wie wichtig sie für die Gesellschaft ist. Gleichzeitig versteht er die digitalen Entwicklungen und ihre Dynamik und kann so erklären, wie technologischer Fortschritt, Kultur und menschliche Arbeit zusammenhängen.
Zusammengefasst ist „Wir geben uns auf“:
- ein kritisches und zugleich verständliches Buch über KI, Digitalisierung und ihre gesellschaftlichen Folgen,
- ein Appell an den Wert menschlicher Wissens- und Kreativarbeit,
- ein Buch, das erklärt, warum Kunst, Bildung und Ideenproduktion zentral für Demokratie und Kultur sind,
- ein Werk, das sowohl verunsichernde Entwicklungen aufzeigt als auch Orientierung bietet,
- und ein Buch für alle, die verstehen wollen, wie Technologie unsere Welt verändert und wie wir sie sinnvoll gestalten können, ohne unsere eigenen Fähigkeiten und unsere Kultur zu verlieren.
Wer also wissen möchte, warum ideelle Arbeit und Kultur mehr sind als Luxus, warum KI unsere Welt beschleunigt, aber nicht ersetzt, und wie wir die Kontrolle über unsere digitale und kreative Zukunft behalten, findet in diesem Buch klare, verständliche Antworten. Es ist ein Weckruf, aufmerksam zu bleiben, die eigene Kreativität zu schätzen und die Zukunft aktiv zu gestalten.
Wir geben uns auf: KI, Kultur und die Entwertung der Wissensarbeit“ von Matthias Hornschuh ist ein außergewöhnliches Buch, das hochaktuelle Themen klar und verständlich erklärt. Es zeigt, wie Künstliche Intelligenz und digitale Technologien nicht plötzlich alles verändern, sondern bestehende Entwicklungen beschleunigen – und welche Folgen das für Kunst, Kultur und Wissensarbeit hat.
Besonders beeindruckend ist die einfühlsame und zugleich fundierte Analyse. Hornschuh verbindet technisches Wissen über KI mit einem tiefen Verständnis für kreative Arbeit, Gesellschaft und Kultur. Er macht deutlich, dass ideelle Wertschöpfung keine Nebensache ist, sondern zentral für unsere Gesellschaft und unsere Freiheit.
Das Buch ist kritisch, aber nicht alarmistisch. Es macht Mut, die eigenen kreativen Fähigkeiten wertzuschätzen und die Chancen der digitalen Welt bewusst zu nutzen, ohne sich von ihr ersetzen zu lassen. Besonders wertvoll sind die klaren Beispiele und die praxisnahen Überlegungen, wie wir als Gesellschaft mit KI und Digitalisierung umgehen können.
Für alle, die Kultur, Kreativität und Zukunft ernst nehmen, ist dieses Buch ein Muss. Es regt zum Nachdenken an, bietet Orientierung und inspiriert, die eigenen Ideen und geistige Arbeit aktiv zu schützen. Absolut empfehlenswert!
- Herausgeber : Carl-Auer Verlag GmbH
- Erscheinungstermin : 16. September 2025
- Auflage : 1.
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 96 Seiten
- ISBN-10 : 3849706133
- ISBN-13 : 978-3849706135
- Abmessungen : 12.1 x 1 x 18.3 cm
- 14,50 Euro
