/ Dezember 14, 2025/ Buch, Romane

Zeit der Abschiede“ ist kein Buch, das man mal eben nebenbei liest. Es ist eher so eines, das man aufschlägt, kurz innehält – und dann merkt: Das hier geht ziemlich nah ran. Klaus Brinkbäumer schreibt über sieben Jahre seines Lebens, in denen sich vieles verändert hat. Nicht laut, nicht dramatisch, sondern so, wie es im echten Leben oft passiert: Schritt für Schritt, Abschied für Abschied.

Es geht um diese Phase im Leben, die viele irgendwann erwischt. Auf einmal merkt man, dass nicht mehr alles selbstverständlich ist. Menschen gehen, Beziehungen verändern sich, Träume lösen sich auf oder sehen plötzlich ganz anders aus. Und irgendwann steht man vor dem schwersten Abschied von allen: dem von den eigenen Eltern. Brinkbäumer beschreibt genau diese Zeit – ehrlich, persönlich und ohne großes Pathos.

Dabei schreibt er nicht von oben herab oder mit schlauen Ratschlägen. Er erzählt einfach, wie es sich anfühlt. Wie man am Schreibtisch des verstorbenen Vaters sitzt, alte Bücher sieht, Fotos anschaut und merkt, dass Vergangenheit und Zukunft plötzlich gleichzeitig da sind. Erinnerungen kommen hoch, Fragen tauchen auf, und man versteht langsam: Abschied gehört zum Leben dazu, genauso wie Trauer.

Das Besondere an diesem Buch ist der Ton. Brinkbäumer schreibt ruhig, nachdenklich, manchmal fast beiläufig – und genau das macht es so stark. Er tut nicht so, als hätte er alles verstanden oder verarbeitet. Im Gegenteil: Er zeigt, wie verwirrend Trauer sein kann, wie widersprüchlich Gefühle sind und wie sehr Abschiede einen aus dem Gleichgewicht bringen können.

Gleichzeitig ist „Zeit der Abschiede“ kein trauriges Buch im klassischen Sinn. Ja, es geht um Tod, Verlust und Schmerz. Aber es geht genauso um Leben, um Dankbarkeit und um das Wiederfinden von Sinn. Um die Erkenntnis, dass Trauer nichts Falsches ist, sondern eine ganz natürliche Reaktion auf etwas, das weh tut. Und dass man sie nicht verdrängen muss, um weiterzumachen.

Brinkbäumer macht Mut, Abschiede nicht zu übergehen, sondern sie bewusst wahrzunehmen. Sich Zeit zu nehmen. Nicht sofort wieder funktionieren zu wollen. Er zeigt, dass Loslassen nicht bedeutet, etwas hinter sich zu lassen – sondern oft, etwas Neues zuzulassen.

Dieses Buch spricht vor allem Menschen an, die selbst gerade Abschiede erleben oder schon hinter sich haben. Aber auch alle anderen werden sich darin wiederfinden, weil jeder früher oder später an diesen Punkt kommt. „Zeit der Abschiede“ fühlt sich an wie ein stilles Gespräch mit jemandem, der versteht, wie sich das Leben manchmal anfühlt: schwer, fragil – und trotzdem wertvoll.

Ein ehrliches, menschliches Buch, das nicht alles schöner macht, aber vieles klarer.

Ein sehr berührendes, ehrliches Buch über Abschied, Trauer und Neubeginn. Klaus Brinkbäumer schreibt ruhig, persönlich und tiefgründig, ohne kitschig zu werden. Ein Buch, das nachhallt und tröstet, gerade in Zeiten des Umbruchs.

  • Herausgeber ‏ : ‎ C.H.Beck
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 11. September 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 208 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3406830005
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3406830006
  • Abmessungen ‏ : ‎ 14.6 x 2.4 x 21.8 cm
  • 24 Euro

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