/ April 12, 2026/ Buch, Kochbuch

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Das große Wörterbuch der Kochkunst ist kein gewöhnliches Kochbuch, das du einfach aufschlägst, ein Rezept rausziehst und dann wieder weglegst. Das Ding ist eher wie ein riesiger, kulinarischer Kosmos – irgendwo zwischen Nachschlagewerk, Geschichtenbuch und Genussreise durch die ganze Welt der Küche.

Herausgegeben von Veronika Berger und Michael Baiculescu, basiert dieses Werk auf einem echten Klassiker der Kochliteratur: dem legendären „Grand Dictionnaire de cuisine“ von Alexandre Dumas. Ja genau, der Der Graf von Monte Christo-Dumas – der hier nicht nur Geschichten erzählt, sondern sich komplett in die Welt des Essens stürzt.

Und genau das merkt man auch sofort: Das Buch ist kein steriles Küchenhandbuch, sondern eher ein wildes, lebendiges Wörterbuch der Kochkunst. Du blätterst drin rum und springst von Zutaten zu Rezepten, von historischen Anekdoten zu kuriosen Küchenweisheiten – und plötzlich bist du mitten in einer Welt, in der Essen nicht nur Nahrung ist, sondern Kultur, Geschichte und manchmal auch ein bisschen Drama.

Die Idee dahinter ist ziemlich einzigartig: Statt klassisch nach Vorspeise, Hauptgericht und Dessert zu sortieren, wird hier alphabetisch gedacht. Also wirklich wie ein Wörterbuch. Das bedeutet: Du schlägst etwas nach – sagen wir ein Lebensmittel oder ein Gericht – und bekommst nicht nur ein Rezept, sondern oft gleich eine ganze Geschichte dazu serviert.

Und genau das macht den Reiz aus. Es ist nicht nur „Wie koche ich das?“, sondern auch „Woher kommt das eigentlich?“ und „Warum essen Menschen das überhaupt?“. Dadurch fühlt sich das Lesen eher an wie ein Streifzug durch die Kulturgeschichte des Essens.

Was besonders auffällt: Das Buch hat eine ziemlich literarische Qualität. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Dumas selbst ein riesiger Genießer und leidenschaftlicher Erzähler war. Essen wird hier fast schon romantisiert – aber nicht kitschig, sondern mit einem gewissen Humor und einer spürbaren Freude an guten Geschichten und gutem Geschmack.

Du bekommst dabei auch eine ordentliche Portion kulinarische Kuriositäten serviert. Dinge, bei denen du denkst: „Okay, spannend, hätte ich jetzt nicht erwartet.“ Manche Einträge sind richtig unterhaltsam, andere eher informativ, wieder andere machen einfach Lust aufs Kochen oder Probieren.

Der Ton ist dabei nicht trocken oder belehrend, sondern eher genussvoll und ein bisschen verspielt. Es geht weniger um strikte Regeln, sondern mehr um Leidenschaft fürs Essen. Genau das spürt man auf jeder Seite.

Auch wenn das Buch historisch basiert ist, wirkt es erstaunlich zeitlos. Viele Rezepte und Ideen lassen sich heute noch nachvollziehen oder sogar nachkochen – andere dienen eher als Inspiration oder als Blick in vergangene Küchenwelten.

Was es besonders macht, ist diese Mischung aus Wissen und Unterhaltung. Du kannst es wirklich wie ein Lexikon benutzen – oder einfach darin lesen wie in einem Roman. Beides funktioniert erstaunlich gut.

Unterm Strich ist das hier kein klassisches Kochbuch und auch kein reines Nachschlagewerk. Es ist eher ein kulinarisches Universum in Buchform, das dich immer wieder überrascht, zum Schmunzeln bringt und dir gleichzeitig das Gefühl gibt, ein bisschen schlauer über Essen und seine Geschichte zu werden.

Kurz gesagt: ein opulentes, genussvolles und ziemlich einzigartiges Standardwerk für alle, die Kochen nicht nur als Handwerk sehen, sondern als Kultur, Geschichte und Leidenschaft – und die gern beim Blättern genauso viel entdecken wollen wie beim Kochen selbst.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Mandelbaum Verlag eG
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 1. September 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 4.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 640 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3854768559
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3854768555
  • Abmessungen ‏ : ‎ 15.6 x 4.8 x 24.6 cm

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