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„Am helllichten Tag“ – Ein fesselnder Kriminalroman über Schuld, Wahrheit und die Schatten der Vergangenheit
Mit „Am helllichten Tag“ legt Peter Probst einen atmosphärisch dichten und packenden Kriminalroman vor, der tief unter die Oberfläche einer scheinbar ruhigen Kleinstadt blickt. Basierend auf einem wahren Verbrechen entfaltet sich eine Geschichte, die nicht nur spannend ist, sondern auch emotional berührt und lange nachwirkt.
Im Mittelpunkt steht die junge Journalistin Toni, die ihre Vergangenheit eigentlich längst hinter sich gelassen hat. Doch ein Anruf reißt sie abrupt aus ihrem Alltag: Ihr Vater liegt im Krankenhaus. Ohne zu zögern kehrt sie in ihre Heimatstadt Pirmasens zurück – doch sie kommt zu spät. Ihr Vater ist bereits verstorben. Was zunächst wie ein persönlicher Schicksalsschlag wirkt, entwickelt sich schnell zu einem düsteren Rätsel.
Im Nachlass ihres Vaters entdeckt Toni einen rätselhaften Brief. Darin gesteht er eine Schuld, die Jahrzehnte zurückliegt – und die offenbar mit einer ungeklärten Verbrechensserie aus den 1960er Jahren verbunden ist. Damals verschwanden drei Kinder spurlos, die Fälle wurden nie aufgeklärt. Für Toni beginnt eine verstörende Suche nach Antworten: Welche Rolle spielte ihr Vater? Und warum scheinen die Ereignisse von damals plötzlich wieder aktuell zu werden?
Peter Probst gelingt es meisterhaft, Spannung und Atmosphäre aufzubauen. Die Geschichte entfaltet sich Schritt für Schritt, wobei jede neue Erkenntnis weitere Fragen aufwirft. Die Vergangenheit und die Gegenwart greifen dabei geschickt ineinander und erzeugen ein Gefühl permanenter Unruhe. Gerade die Tatsache, dass der Roman auf realen Ereignissen basiert, verleiht der Handlung zusätzliche Intensität und macht sie besonders eindringlich.
Toni ist eine starke und glaubwürdige Protagonistin. Als Journalistin bringt sie den nötigen Spürsinn und die Entschlossenheit mit, um sich auch unangenehmen Wahrheiten zu stellen. Gleichzeitig wird sie durch die persönliche Verstrickung emotional herausgefordert. Diese Mischung aus professioneller Neugier und persönlicher Betroffenheit macht ihre Figur besonders authentisch und nachvollziehbar.
Ein großer Pluspunkt des Romans ist die dichte Atmosphäre. Die Kleinstadt Pirmasens und ihre Umgebung werden so lebendig beschrieben, dass man die Enge, die Geheimnisse und die unterschwellige Spannung förmlich spüren kann. Hinter der scheinbaren Idylle verbergen sich Abgründe, die nach und nach ans Licht kommen.
Thematisch geht es nicht nur um ein Verbrechen, sondern auch um Schuld, Verdrängung und die Frage, wie lange Geheimnisse wirklich verborgen bleiben können. Der Roman zeigt eindrucksvoll, dass die Vergangenheit nie ganz vergeht – und dass verdrängte Wahrheiten irgendwann ihren Weg zurück in die Gegenwart finden.
Die Handlung bleibt bis zum Schluss spannend und überrascht mit Wendungen, die den Leser immer wieder auf falsche Fährten locken. Gleichzeitig verzichtet das Buch auf unnötige Effekthascherei und setzt stattdessen auf eine ruhige, aber eindringliche Erzählweise, die die Spannung kontinuierlich steigert.
Fazit:
„Am helllichten Tag“ ist ein packender, vielschichtiger Kriminalroman, der mit einer gelungenen Mischung aus Spannung, Atmosphäre und emotionaler Tiefe überzeugt. Die Verbindung von persönlichem Schicksal und historischem Verbrechen macht das Buch besonders eindrucksvoll. Ein lesenswerter Thriller für alle, die intelligente Krimis mit realem Hintergrund und starken Figuren schätzen.
- Herausgeber : Heyne Verlag
- Barrierefreiheit : Erfahre mehr
- Erscheinungstermin : 1. Februar 2026
- Sprache : Deutsch
- Dateigröße : 3.9 MB
- Screenreader : Unterstützt
- Verbesserter Schriftsatz : Aktiviert
- X-Ray : Nicht aktiviert
- Word Wise : Nicht aktiviert
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 337 Seiten
- ISBN-13 : 978-3641336455
- PageFlip : Aktiviert
