/ März 30, 2026/ Buch, Romane

Ganz ehrlich: Es war nicht anders möglich von Svenja Liesau ist so ein Buch, das sich anfühlt wie eine lange, leicht chaotische Nacht in Berlin – ein bisschen wild, ein bisschen kaputt, aber irgendwie auch total schön und echt.

Du steigst direkt in das Leben von Martina ein, und das ist alles andere als geschniegelt oder perfekt. Mitte dreißig, bisschen lost, kein Job, kein klarer Plan – und dann haut auch noch der Tod ihres Vaters rein, zu dem sie eh nie so richtig den Draht hatte. Klingt erstmal heavy, aber das Krasse ist: Das Buch zieht dich nicht runter, sondern nimmt dich einfach mit in diese schräge, intensive Gefühlswelt.

Martina dealt mit allem auf ihre eigene Art – viel Nacht, viel Alkohol, viel Nachdenken zwischen Tresen und Gesprächen, die mal tiefsinnig und mal komplett absurd sind. Diese Kneipen-Szenen sind echt ein Highlight. Da hängen so richtige „Gestalten“ rum – Leute, die irgendwie gestrandet sind, aber trotzdem ihre ganz eigene Weisheit haben. So Typen, bei denen du denkst: „Okay, die haben’s verkackt… aber irgendwie auch wieder nicht.“

Was das Buch richtig stark macht: Es ist nicht geschniegelt oder glattgebügelt. Es ist roh, direkt und manchmal auch ein bisschen unbequem. Aber genau das macht es so authentisch. Du hast nicht das Gefühl, da wird dir irgendwas vorgespielt – das wirkt alles sehr echt, fast so, als würdest du heimlich bei echten Gesprächen zuhören.

Und dann dieser Mix aus Humor und Traurigkeit – der ballert. Du hast Stellen, da musst du echt schmunzeln, weil die Situationen so schräg oder ehrlich sind, und im nächsten Moment trifft dich wieder so ein Gedanke mitten ins Herz. Dieses Hin und Her fühlt sich total lebendig an.

Was auch hängen bleibt: Diese Suche nach irgendwas Echtem. Familie, Nähe, Zugehörigkeit – Martina tastet sich da so durch, stolpert, macht Fehler, geht vielleicht auch mal zu weit, aber genau das macht sie greifbar. Das ist keine Heldin, die alles im Griff hat, sondern jemand, der einfach versucht klarzukommen. Und das kennt man ja irgendwie.

Sprachlich ist das Ganze ziemlich locker, aber trotzdem mit Tiefe. Kein übertriebenes Literaten-Gehabe, sondern eher so ein Flow, der dich einfach durchträgt. Du liest das und bist drin – in Berlin, in den Nächten, in diesen Gedanken, die man oft nur hat, wenn alles ruhig wird und man sich nicht mehr ablenken kann.

Am Ende ist das Buch so eine Mischung aus Absturz und Aufbruch. Es geht viel um Schmerz und Verlorensein, klar – aber auch darum, dass man trotzdem weitermacht. Dass man sich irgendwie durchwurschtelt und vielleicht genau darin auch was findet, was zählt.

Kurz gesagt: Wenn du Bock hast auf einen Roman, der nicht geschniegelt ist, sondern ehrlich, wild und ein bisschen unberechenbar, dann ist das hier genau dein Ding. Kein „alles wird gut“-Märchen – eher so ein „es ist kompliziert, aber irgendwie geht’s weiter“. Und genau das macht’s so gut.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt Berlin
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 13. März 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 240 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3737102538
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3737102537
  • Abmessungen ‏ : ‎ 13.2 x 2.2 x 20.9 cm

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