/ Januar 6, 2026/ Buch, Thriller

„Body Number One“ ist genau die Art Thriller, bei der man eigentlich nur mal kurz reinlesen will – und plötzlich ist es zwei Uhr nachts. Helen Fields weiß einfach, wie man Spannung aufbaut, ohne platt zu sein, und schickt ihre Leserinnen und Leser mitten hinein in ein düsteres Spiel aus Beobachtung, Angst und falscher Sicherheit.

Die Geschichte beginnt scheinbar chaotisch: In Edinburgh sterben innerhalb kurzer Zeit ganz unterschiedliche Menschen. Unterschiedliche Orte, unterschiedliche Hintergründe, keine erkennbare Verbindung. Ein junger Mann im Park, ein Obdachloser im Industriegebiet, eine Mutter im Straßenverkehr – alles wirkt zufällig, brutal und völlig unlogisch. Genau das macht die Sache so unheimlich. Man spürt von Anfang an: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht.

Detective Sergeant Sam Lively und sein Team stehen vor einem Rätsel. Nichts passt zusammen, nichts ergibt Sinn. Also holen sie sich Verstärkung: Dr. Connie Woolwine, forensische Profilerin mit einem außergewöhnlichen Gespür für menschliche Abgründe. Sie ist eine dieser Figuren, die sofort hängen bleiben – klug, ruhig, messerscharf im Denken. Gemeinsam mit dem Team gräbt sie sich tiefer und tiefer in einen Fall, der immer düsterer wird.

Was diesen Thriller besonders macht, ist die Atmosphäre. Edinburgh wirkt hier kalt, grau und voller Schatten. Man hat ständig das Gefühl, beobachtet zu werden – genau wie die Figuren im Buch. Der Täter bleibt lange unsichtbar, fast wie ein Geist, und genau das treibt die Spannung nach oben. Helen Fields spielt geschickt mit Perspektiven, kleinen Hinweisen und Momenten, bei denen man plötzlich denkt: Moment mal …

Parallel dazu läuft eine zweite, sehr persönliche Geschichte: Dr. Beth Waterfall, Unfallchirurgin und Sam Livelys neue Freundin, kämpft mit ihrer eigenen Vergangenheit. Ihre Tochter wurde früher von einem Stalker verfolgt, der nie gefasst wurde. Als Beth eines Morgens ein verstörendes Zeichen vor ihrer Haustür entdeckt, wird klar: Manche Dinge lassen sich nicht einfach abschütteln. Und plötzlich rückt das Private gefährlich nah an die Ermittlungen heran.

Der Stil ist direkt, flott und absolut packend. Keine unnötigen Längen, kein Geschwafel – stattdessen kurze Kapitel, Perspektivwechsel und dieses ständige Gefühl von Bedrohung. Man liest schneller, als man eigentlich will, weil man unbedingt wissen muss, wie alles zusammenhängt. Und wenn man glaubt, den Durchblick zu haben, zieht Helen Fields einem elegant den Boden unter den Füßen weg.

Besonders stark ist der psychologische Aspekt. Es geht nicht nur um Verbrechen, sondern um Kontrolle, Angst und das Gefühl, nie wirklich allein zu sein. Der Täter ist nicht laut, nicht übertrieben, sondern still – und genau das macht ihn so unheimlich.

Warum „Body Number One“ überzeugt:

  • extrem spannende, dichte Atmosphäre
  • starke, glaubwürdige Figuren
  • raffinierter Plot mit überraschender Wendung
  • psychologischer Tiefgang statt billiger Effekte
  • perfekter Thriller für Fans von düsteren UK-Krimis

Unterm Strich ist „Body Number One“ ein Thriller, der unter die Haut geht – clever konstruiert, nervenaufreibend und mit einem Twist, den man so nicht kommen sieht. Ein Buch für alle, die Spannung lieben und es mögen, wenn ein Thriller noch lange nach dem Zuklappen im Kopf bleibt.

  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 13. November 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423264357
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423264358
  • Originaltitel ‏ : ‎ Watching you
  • Abmessungen ‏ : ‎ 13.6 x 3.15 x 21 cm

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