/ September 15, 2026/ Buch

Manchmal ist es gar nicht so einfach, loszulassen. Das habe ich beim Lesen von „Federleicht“ von Melanie Pignitter tatsächlich ziemlich schnell gemerkt. Man nimmt sich im Alltag so vieles zu Herzen, macht sich Gedanken über Dinge, die man sowieso nicht mehr ändern kann, und schleppt Erwartungen mit sich herum, die vielleicht schon längst gar nicht mehr die eigenen sind. Genau an diesem Punkt setzt dieses Buch an – und ich fand den Ansatz erstaunlich angenehm und vor allem alltagstauglich.

Was mir beim Lesen besonders gefallen hat, ist die Tatsache, dass es hier nicht darum geht, von heute auf morgen ein komplett anderer Mensch zu werden. Es gibt keine Zauberformel nach dem Motto „Denk einfach positiv und alles wird gut“. Stattdessen geht es darum, einmal genauer hinzuschauen: Was belastet mich eigentlich? Welche Gedanken drehen sich ständig im Kreis? Warum mache ich mir selbst so viel Druck? Und welche Erwartungen trage ich vielleicht schon so lange mit mir herum, dass ich gar nicht mehr darüber nachdenke, ob sie überhaupt noch zu mir passen?

Gerade diese Gedanken haben bei mir einiges ausgelöst. Ich habe beim Lesen immer wieder Stellen gehabt, an denen ich kurz innehalten musste. Nicht, weil die Inhalte kompliziert wären, sondern weil manche Fragen erstaunlich nah am eigenen Alltag liegen. Man kennt diese Situationen schließlich: Man grübelt über ein Gespräch nach, ärgert sich über etwas, das längst passiert ist, macht sich Sorgen über Dinge, die vielleicht nie eintreten oder fragt sich ständig, ob man etwas hätte anders machen müssen.

Das Buch macht deutlich, wie viel Energie solche Gedanken kosten können. Und genau deshalb gefällt mir der Gedanke des inneren Aufräumens so gut. Man räumt schließlich auch regelmäßig eine Schublade oder einen Schrank auf, wenn sich dort zu viel angesammelt hat. Warum sollte das mit den eigenen Gedanken und Gefühlen anders sein?

Besonders hilfreich finde ich, dass Melanie Pignitter nicht nur beschreibt, warum Loslassen wichtig sein kann, sondern auch praktische Übungen und sogenannte Be-free-Tools mitgibt. Dadurch bleibt das Buch nicht bei schönen Gedanken stehen. Man kann tatsächlich ausprobieren, was sich im eigenen Alltag verändern lässt. Ich finde solche Bücher immer dann besonders wertvoll, wenn man das Gelesene nicht nur abhakt, sondern etwas davon mitnimmt und später noch einmal darauf zurückkommt.

Ein großes Thema ist dabei die Selbstakzeptanz und Selbstliebe. Und auch hier bleibt der Ton angenehm bodenständig. Selbstliebe klingt manchmal nach einem riesigen Begriff, bei dem man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. „Federleicht“ macht daraus eher kleine Schritte: sich selbst weniger fertigzumachen, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, nicht ständig den Erwartungen anderer hinterherzulaufen und sich selbst mit etwas mehr Verständnis zu begegnen.

Auch das Thema Selbstzweifel kommt sehr nachvollziehbar zur Sprache. Ich glaube, jeder kennt diese innere Stimme, die einem erzählt, dass man etwas nicht gut genug gemacht hat oder noch mehr leisten müsste. Gerade wenn solche Gedanken zur Gewohnheit werden, merkt man irgendwann gar nicht mehr, wie sehr sie einen eigentlich beschäftigen. Beim Lesen habe ich deshalb mehrfach darüber nachgedacht, wie oft wir mit uns selbst viel strenger umgehen als mit anderen Menschen.

Was ich an diesem Buch ebenfalls mag, ist seine positive Grundstimmung. Es geht nicht darum, Probleme schönzureden. Vielmehr geht es darum, sich nicht dauerhaft von ihnen bestimmen zu lassen. Loslassen bedeutet schließlich nicht, dass einem alles egal wird. Es bedeutet für mich eher, zu erkennen, was man beeinflussen kann und was man nicht ständig mit sich herumtragen muss.

Gerade die Themen Grübeln, innere Unruhe, Druck, alte Muster und übernommene Erwartungen sind Dinge, die sich nicht einfach auf Knopfdruck abschalten lassen. Deshalb finde ich den Gedanken schön, Schritt für Schritt mehr Leichtigkeit in den eigenen Alltag zu bringen. Nicht perfekt, nicht von heute auf morgen, sondern Stück für Stück.

Mein persönlicher Eindruck von „Federleicht“ ist deshalb sehr positiv. Das Buch hat mich an einigen Stellen zum Nachdenken gebracht und gleichzeitig nicht das Gefühl vermittelt, belehrt zu werden. Es liest sich zugänglich und motiviert dazu, sich selbst einmal etwas genauer zuzuhören.

Für mich ist es ein Buch, das man nicht unbedingt in einem Rutsch lesen muss. Manche Kapitel und Übungen wirken wahrscheinlich sogar besser, wenn man sich danach ein bisschen Zeit lässt und ausprobiert, was davon im eigenen Leben passt.

Mein Fazit: „Federleicht“ ist für mich ein schönes Buch über das Loslassen, Selbstakzeptanz, Selbstliebe und innere Freiheit. Es zeigt, dass man nicht jeden Gedanken festhalten und nicht jede Erwartung erfüllen muss. Wer sich nach mehr Ruhe im Kopf, weniger Grübeln und etwas mehr Leichtigkeit im Alltag sehnt, findet hier viele Anregungen, um genau dort anzusetzen. Und manchmal beginnt dieses „federleichte“ Gefühl vielleicht tatsächlich damit, dass man sich erlaubt, nicht mehr alles mitnehmen zu müssen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Goldegg Verlag GmbH
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 24. August 2026
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 272 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3990606085
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3990606087
  • Abmessungen ‏ : ‎ 13.2 x 2.6 x 18.5 cm

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