/ September 27, 2026/ Buch

Japan ist für mich eines dieser Reiseziele, bei denen man vermutlich schon vor der ersten Reise das Gefühl hat, mehrere völlig unterschiedliche Welten vor sich zu haben. Auf der einen Seite stehen die futuristischen Metropolen mit Wolkenkratzern, Hightech, Menschenmengen und dem berühmten Shinkansen. Auf der anderen Seite gibt es uralte Tempel, stille Bergregionen, traditionelle Dörfer, heiße Quellen und Landschaften, die fast unwirklich wirken. Genau diesen faszinierenden Gegensatz bringt der Reiseführer Japan von Reise Know-How sehr schön auf den Punkt.

Was mir an diesem Reiseführer besonders gefällt, ist, dass Japan nicht auf Tokyo und Kyoto reduziert wird. Natürlich spielen diese beiden bekannten Reiseziele eine wichtige Rolle, aber das Buch macht deutlich, wie unglaublich vielfältig das Land darüber hinaus ist. Von Hokkaidō im Norden bis Okinawa im Südwesten werden die unterschiedlichen Regionen vorgestellt. Damit eignet sich der Reiseführer sowohl für eine klassische Japanreise als auch für alle, die abseits der bekannten Touristenrouten unterwegs sein möchten.

Gerade diese regionale Gliederung finde ich praktisch. Wer seine Reise selbst plant, möchte schließlich nicht nur wissen, welche Sehenswürdigkeiten es gibt, sondern auch herausfinden, welche Region zu den eigenen Interessen passt. Tokyo und Umgebung, Kansai, Zentral-Honshū, Tōhoku, Hokkaidō, West-Honshū, Shikoku, Kyūshū und Okinawa eröffnen jeweils ganz unterschiedliche Möglichkeiten.

Besonders interessant finde ich dabei die Verbindung von Kultur und Natur. Japan hat natürlich seine berühmten Tempel, Schreine und historischen Orte, aber eben auch beeindruckende Nationalparks, Berglandschaften, Inseln und Küsten. Der Reiseführer macht Lust darauf, beides miteinander zu verbinden.

Wer beispielsweise den Mount Fuji erleben möchte, kann seine Reise ganz anders gestalten als jemand, der lieber durch die Wälder von Yakushima wandert oder den Norden Japans erkundet. Auch der Shiretoko-Nationalpark oder die Inselwelt rund um die Shimanami Kaidō zeigen, dass Japan weit mehr zu bieten hat als Großstadt und Tempel.

Sehr hilfreich finde ich die praktischen Informationen für Individualreisende. Gerade Japan kann bei der ersten Reise durchaus etwas überwältigend wirken. Wo übernachtet man? Wie funktioniert das Reisen mit dem Shinkansen? Welche Unterkunft passt zu den eigenen Vorstellungen? Und wann ist eigentlich die beste Reisezeit?

Der Reiseführer beantwortet viele dieser Fragen und geht dabei auch auf unterschiedliche Unterkunftsarten ein – vom traditionellen Ryokan bis zum Kapselhotel. Das ist genau die Art von Information, die bei der konkreten Reiseplanung wirklich weiterhilft.

Auch die Jahresübersicht zu Festen und besonderen Ereignissen ist eine schöne Ergänzung. Japan verändert seinen Charakter je nach Jahreszeit erheblich. Die berühmte Kirschblüte im Frühling, farbenprächtiges Herbstlaub, Winterlandschaften oder traditionelle Feste können schließlich entscheidend dafür sein, wann man eine bestimmte Region besuchen möchte.

Sehr positiv fällt außerdem die Auswahl an Reiserouten und Tourenvorschlägen auf. Nicht jeder hat mehrere Wochen Zeit, um Japan ausgiebig zu bereisen. Deshalb finde ich es hilfreich, wenn ein Reiseführer unterschiedliche Zeitbudgets berücksichtigt. So kann man sich Anregungen für eine kürzere Reise holen oder eine längere Rundreise individuell zusammenstellen.

Und dann gibt es natürlich die Dinge, die eine Japanreise für mich besonders spannend machen: die kleinen Erlebnisse abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten. Eine Übernachtung in einer Tempelherberge auf Kōyasan, ein Besuch in einem Onsen, eine Fahrradtour über die Shimanami Kaidō oder eine Wanderung durch eine außergewöhnliche Landschaft sind genau solche Erlebnisse, die aus einer Reise mehr machen als das bloße Abhaken von Sehenswürdigkeiten.

Auch für Outdoor-Fans bietet der Reiseführer einiges. Wanderungen, Radfahren und weitere Aktivitäten werden ebenso berücksichtigt wie kulturelle Themen. Wer Japan also gerne aktiv erkundet, findet hier zahlreiche Anregungen.

Gleichzeitig kommt die Kultur nicht zu kurz. Die Exkurse zu Geschichte, Kunst, Alltagsleben und japanischer Kultur helfen dabei, viele Dinge besser einzuordnen. Gerade bei einer Reise nach Japan finde ich diesen Hintergrund wichtig. Man sieht einen Tempel oder eine traditionelle Zeremonie schließlich anders, wenn man zumindest ein wenig versteht, welche Geschichte und Bedeutung dahintersteht.

Praktisch sind außerdem die Karten und detaillierten Stadtpläne. Gerade in großen japanischen Städten kann Orientierung schnell zu einer Herausforderung werden. Dass Orts- und Sehenswürdigkeitsnamen zusätzlich in japanischer Schrift angegeben werden, ist ebenfalls ausgesprochen nützlich. Das kann bei der Orientierung vor Ort oder bei der Nutzung von Fahrplänen und Beschilderungen eine echte Hilfe sein.

Auch Familien werden nicht vergessen. Hinweise für einen Japanurlaub mit Kindern sowie Empfehlungen wie Tokyo Disneyland oder die Universal Studios Osaka machen den Reiseführer vielseitiger. Dadurch eignet er sich nicht ausschließlich für Kulturreisende oder Backpacker, sondern kann auch bei der Planung eines Familienurlaubs unterstützen.

Ein weiterer kleiner, aber wichtiger Pluspunkt ist die Sprachhilfe Japanisch. Natürlich ersetzt sie keinen Sprachkurs, aber ein paar grundlegende Begriffe und Formulierungen können unterwegs Gold wert sein – und gerade in einem Land, dessen Schrift und Sprache für viele europäische Reisende zunächst ungewohnt sind, nimmt das ein wenig die Berührungsängste.

Mein Eindruck: Dieser Japan-Reiseführer von Reise Know-How ist angenehm vielseitig und richtet sich vor allem an Menschen, die ihre Reise gerne selbst planen und Japan möglichst individuell kennenlernen möchten. Er verbindet Sehenswürdigkeiten, Reiserouten, praktische Reisetipps, Kultur, Natur, Outdoor-Aktivitäten, Unterkünfte und kulinarische Empfehlungen miteinander.

Besonders schön finde ich, dass das Buch dabei immer wieder den Blick über die großen Städte hinaus lenkt. Tokyo und Kyoto sind faszinierend, aber Japan beginnt eben nicht dort und endet auch nicht dort. Zwischen den Metropolen liegen Berge, Wälder, Inseln, Küsten, kleine Orte, traditionelle Unterkünfte und heiße Quellen.

Wer Japan nicht nur fotografieren, sondern verstehen, erleben und auf eigene Faust entdecken möchte, bekommt mit diesem Reiseführer eine sehr gute Grundlage für die Reiseplanung. Für mich ist er deshalb weniger ein Buch zum einmaligen Durchblättern als ein praktischer Begleiter, zu dem man bei der Vorbereitung immer wieder zurückkehren kann.

Japan ist ein Land der Gegensätze – und genau diese Gegensätze machen den Reiz aus. Dieser Reiseführer hilft dabei, aus der Fülle der Möglichkeiten eine ganz persönliche Japanreise zusammenzustellen. Ob Großstadt, Tempel, Onsen, Wanderung, Insel, traditionelle Unterkunft oder kulinarische Entdeckung: Die Möglichkeiten sind enorm – und nach der Lektüre bekommt man ziemlich schnell Lust, den Koffer zu packen und das Land selbst zu entdecken.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Reise Know-How
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 19. Juni 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 7. neu bearbeitete und aktualisierte Auflage 2026
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 744 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3831781052
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3831781058
  • Abmessungen ‏ : ‎ 12 x 2.5 x 18 cm

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*
*