/ Mai 7, 2026/ Buch, Ratgeber, Rehabilitation

„Hypnowriting: 60 Anleitungen für Coaching, Therapie und Beratung“ von Ursula Neubauer ist kein trockenes Fachbuch voller komplizierter Psychologiebegriffe, sondern eher ein praktischer Werkzeugkasten für Menschen, die mit Schreiben innere Prozesse anstoßen wollen. Schon nach den ersten Seiten merkt man, dass hier jemand schreibt, der nicht nur Theorie kennt, sondern viel Erfahrung aus Coaching, Therapie und Beratung mitbringt. Das Buch wirkt dadurch angenehm lebendig und nahbar.

Die Grundidee hinter Hypnowriting ist ziemlich spannend: Schreiben soll nicht einfach nur Gedanken ordnen, sondern einen Zustand erzeugen, in dem man leichter Zugang zu unbewussten Gefühlen, Erinnerungen und Ideen bekommt. Das klingt erstmal etwas esoterisch, wird von Neubauer aber überraschend verständlich erklärt. Sie verbindet klassische Schreibübungen mit Elementen aus Hypnose, Imagination und Coaching. Dabei entsteht ein Ansatz, der kreativ wirkt, aber trotzdem praktisch anwendbar bleibt.

Besonders gelungen ist, dass das Buch nicht dauernd belehrend oder künstlich wissenschaftlich klingt. Stattdessen liest es sich oft fast wie ein Workshop zum Mitmachen. Viele Übungen laden direkt dazu ein, Stift und Papier in die Hand zu nehmen und einfach loszuschreiben. Genau darin liegt wahrscheinlich auch die Stärke des Buches: Es bleibt nicht bei Theorie stehen, sondern bringt einen schnell ins Tun.

Die 60 Anleitungen sind sehr unterschiedlich aufgebaut und decken viele Themen ab. Manche Übungen helfen dabei, Stress oder belastende Gedanken besser zu verarbeiten, andere konzentrieren sich stärker auf Ressourcen, Selbstvertrauen oder neue Perspektiven. Einige Methoden wirken eher ruhig und reflektierend, andere überraschend kreativ und fast spielerisch. Dadurch eignet sich das Buch sowohl für professionelle Coaches und Therapeuten als auch für Menschen, die sich persönlich weiterentwickeln möchten.

Was besonders positiv auffällt: Neubauer schreibt mit viel Offenheit und ohne den Eindruck zu vermitteln, sie hätte die eine perfekte Methode für alle Menschen gefunden. Stattdessen zeigt sie immer wieder, dass jeder Schreibprozess anders ist und dass Veränderung oft schrittweise entsteht. Dadurch wirkt das Buch angenehm menschlich und nicht wie ein starres Selbsthilfeprogramm.

Das Vorwort von Bernhard Trenkle passt ebenfalls gut zum Inhalt. Seine Beschreibung, dass Hypnowriting den Horizont erweitert und die Verbindung zwischen bewussten und unbewussten Prozessen verständlicher macht, trifft den Kern des Buches ziemlich genau. Vor allem Leser, die bereits mit Coaching, Journaling oder therapeutischem Schreiben zu tun hatten, werden hier viele neue Ideen entdecken.

Natürlich richtet sich das Buch eher an Menschen, die offen für imaginative oder hypnotherapeutische Ansätze sind. Wer mit Begriffen wie Trance oder inneren Bildern gar nichts anfangen kann, wird an manchen Stellen vermutlich skeptisch bleiben. Trotzdem bleibt die Darstellung insgesamt bodenständig genug, dass auch neugierige Einsteiger gut mitkommen können.

Insgesamt ist „Hypnowriting“ ein kreatives, praxisnahes und ungewöhnlich inspirierendes Fachbuch. Es zeigt sehr schön, wie stark Schreiben auf Gedanken, Gefühle und innere Prozesse wirken kann. Vor allem die Mischung aus psychologischem Hintergrundwissen und sofort nutzbaren Übungen macht das Buch wertvoll. Man bekommt nicht nur neue Methoden vermittelt, sondern auch Lust, die eigene Kreativität und Intuition ernster zu nehmen. Gerade deshalb bleibt nach der Lektüre das Gefühl zurück, dass Schreiben manchmal tatsächlich mehr weiß als der Kopf allein.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Carl-Auer Verlag GmbH
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 22. September 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 201 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3849706001
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3849706005
  • Abmessungen ‏ : ‎ 13.7 x 2.2 x 21.1 cm

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