/ November 27, 2022/ Ratgeber

Wer nach abgeschiedenen Orten im Einklang mit der Natur sucht, an denen man Zeit allein verbringen kann, sollte sich das neue Buch „Slow Escapes“ näher anschauen.“

Das neue hochwertige Buch „Slow Escapes“ führt zu Unterkünften in abgelegenen Gebieten wie einem Weiler auf einem entlegenen Hochplateau im französischen Zentralmassiv, einer Biofarm auf einer sizilianischen Vulkaninsel, einem Ansitz auf einer Lichtung in den Allgäuer Alpen und einer Ökoeinsiedelei in Umbrien. Diese Orte liegen mitten in der Natur, fernab von jeglichem Trubel.

Das neue Buch „New Rurals“ von der französischen Reisejournalistin Clara Le Fort präsentiert über 40 Unterkünfte in abgelegenen Gebieten, wo die Natur noch unberührt ist und die Ruhe und Einsamkeit genossen werden kann. Diese Unterkünfte, die von Gastgeberinnen und Gastgebern betrieben werden, die selbst dem Leben in der Stadt den Rücken gekehrt haben, bieten moderne Annehmlichkeiten wie Saunen, Yoga-Räume und Pools in alten Gemäuern, die liebevoll restauriert wurden. Die meisten Adressen befinden sich in Europa, hauptsächlich in Frankreich, Italien und Portugal, aber auch drei deutsche Adressen haben es in die Auswahl geschafft. Diese Unterkünfte legen großen Wert auf die Verwendung von regionalen Produkten und bieten oft keinen Internetempfang, was als positiv betrachtet wird, um sich von der Hektik des Alltags zu entfernen und sich auf die Schönheit der Natur zu konzentrieren.

An den im Werk vorgestellten Oasen kann der Leser sich auf eine Entschleunigung einlassen.

Im Buch „Slow Escapes“ findet man auch Unterkünfte in abgelegenen Gebieten am anderen Ende der Welt , die für ihre Ruhe und Einsamkeit bekannt sind. Eine dieser Unterkünfte ist die renovierte Fischerhütte „Captains Rest“ in Tasmanien, Australien, die am Ufer eines stillen Sees gelegen ist und einen atemberaubenden Blick auf die Natur bietet. Eine weitere Unterkunft ist das Fogo Island Inn vor der Küste Neufundlands, Kanada, welches sich durch seine Architektur und seine Nähe zur Natur auszeichnet. Ein weiteres Highlight ist die Deplar Farm im Norden Islands, die sich in einer atemberaubenden Umgebung befindet und verschiedene Aktivitäten wie Skifahren, Wandern oder Entspannen im Wellnessbereich bietet. Diese Unterkünfte bieten eine einzigartige Möglichkeit, sich von der Hektik des Alltags zu entfernen und sich in die Schönheit der Natur zu vertiefen.

An abgelegenen Orten mitten in der Natur entsteht eine Alternative zu den lauten, überfüllten und aufdringlichen Resorts des alten Typs“, schreibt Le Fort. Sie hat Gastgeber auf ihren Reisen getroffen, die sich nicht nur auf den Profit konzentrieren, sondern auch die lokale Gemeinschaft und Kultur stärken wollen. Diese neuen Hoteliers schaffen Arbeitsplätze, geben lokalen Erzeugern eine Plattform, um sich zu präsentieren und motivieren andere, ihnen zu folgen. Ein Beispiel ist das Ehepaar Lilli Steier und Volker Bulitta aus Bayern, das während einer mehrwöchigen Wanderung in Rumänien das Dorf Botiza entdeckte. Sie kauften ein altes, verfallenes Gebäude im Nebendorf und haben es mit Hilfe und Expertise lokaler Handwerker in fünf behagliche Unterkünfte verwandelt und eine Farm, Holzwerkstatt und Stiftung dazu gegründet. Insgesamt beschäftigen sie 16 Dorfbewohner.

Lena Evstafieva hatte in ihrem früheren Leben keine Erfahrung in der Tourismusbranche. Sie erzählte der Autorin Le Fort, dass sie „nie ins Gastgewerbe“ wollte und „auch gar nicht dafür ausgebildet“ ist. Trotzdem hat sie sich gemeinsam mit ihrem Musikermann und einem erfolgreichen Pariser Gastronomen dazu entschieden, in der Toskana eine Unterkunft für die Entschleunigungsreife Großstadt-Bohème zu schaffen. Evstafieva möchte einen Ort schaffen, „wo alle unkompliziert interagieren, den eigenen Rhythmus finden, Dinge erkunden oder sich zurücklehnen können“. Die Villa Lena ist sowohl Agriturismo als auch Künstlerresidenz. Die Gäste können am Pool unter gestreiften Sonnenschirmen entspannen und an Workshops der Künstler des Artists in Residence-Programms teilnehmen. Abends wird beim Farm-to-table-Essen in der Osteria mit dem vor Ort gekelterten Biowein angestoßen.

Der französische Philosoph und Autor Gilles Lipovetsky glaubt, dass der Gedanke an Nachhaltigkeit die Art und Weise verändert hat, wie wir Reiseziele bewerten. Heute sind abgelegene, unberührte und extreme Landschaften besonders begehrt. Er betont, dass die Gäste sich wieder mit einer Welt verbinden möchten, die im natürlichen Gleichgewicht steht und sich selbst genügt. Je größer der Abstand von der industrialisierten Arbeitswelt, desto besser. Er weist jedoch darauf hin, dass die Zugänglichkeit dieser Orte in Betracht gezogen werden sollte, um eine nachhaltige Erfahrung zu gewährleisten.

„Hier hat die Zeit schon lange angehalten“, sagt die Betreiberin der Biofarm Parco dei Sesi auf Pantelleria über das Urlaubsgefühl in ihrem restaurierten Landrefugium. Die Bücher „Slow Escapes“ führt den Leser zu Orten, die manchmal schwer zu finden sind, wie die Vulkaninsel Pantelleria zwischen Sizilien und Tunesien, das Aran-Archipel vor der irischen Westküste, eine Lichtung in den Allgäuer Wäldern oder die dänische Insel Lolland. Obwohl diese Orte friedlich und ruhig sind, gibt es einen Stressfaktor zu berücksichtigen: Le Forts Auszeitadressen sind nicht gerade günstig und es besteht die Gefahr, dass die Erholung schnell wieder verloren geht, wenn man nach der Rückkehr wieder ins Hamsterrad springt.

Ein super Buch, wenn man mal neue Orte besuchen will.

Für mich ein rundum gelungenes Werk, das ich ans Herz legen kann.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Die Gestalten Verlag; 1. Edition (30. September 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 288 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3967040798
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3967040791
  • Abmessungen ‏ : ‎ 23.2 x 3.1 x 29.6 cm
  • 45 Euro

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